Neueste Wanderungen
Der Moses teilte das rote Meer, der Supifant nur den Nebel
am 28.2.2025
Nach gefühlt Jahren (es waren Wochen, aber deren viele) will sich wieder die Sonne zeigen. Ich wollte schon lange den „anderen“ Teil des Bahnwanderwegs gehen - von Semmering Richtung Steiermark. Das mache ich heute. Ich laß mich also von der Bahn nach Semmering bringen.
Wie man sieht: Aus dem Mürztal zieht der Nebel rauf und stürzt als sich auflösender Nebelfall in die Gegend um Schottwien. Es geht jetzt bergauf, in der Sonne
zur Semmeringkirche und zum Panhans-Komplex.
und ich geh zum Paß… es nebelt noch immer. Ein bißchen enttäuscht bin ich schon. In Niederösterreich war es durchgehend sonnig und ich weiß ja, daß es im Mürztal oft nebelt, aber ich bin extra spät aufgebrochen. Schöne Lichtstimmungen gibt der Nebel aber schon
und es hat eindeutig aufgerissen, als ich über den Paß gegangen bin. An der alten Paßstraße geht es jetzt entlang. Von diesem Haus bin ich verwirrt. Ein geschlossener Zaun, aber am Tor steht „Privatgrund: Betreten auf eigene Gefahr“? Darf man also einfach so rein? Aber warum sollte man? Ist die „Laterne“ wie bei eine Wirtshaus oder einer Buschenschank ein Hinweis? Es gibt aber keine Aufschrift, die auf einen Versammlungsort oder Gastronomie schließen lassen würde. Und wenn - warum hinge dann das Schild?
Ungefähr dort kommt auch die Bahnstrecke wieder aus dem Tunnel, ich überquere diese und jetzt wird es wieder, nach der Asphaltstrecke, angenehmer
und ein Forstarbeiter hat wieder einmal einen Pilz „geschnitzt“
Und wie man sieht - blauer Himmel
Eines der Bahnwärterhäuschen, die es hier so reichlich gibt. Die waren immer nur für kurze Strecken, etwa 2km zuständig, wo sie jeden Tag kontrolliert haben, Dinge entfernt, Pflanzen geschnitten, Bahnschwellen ersetzt oder nachgezogen…
Weiter geht es zum nächsten seltsamen Gebäude - das war wohl einmal das „Hotel Haus Semmering“. Es sind nur mehr ein paar Bewertungen im Internet übrig, die nicht gerade Lobeshymnen aussprechen. Es dürfte aber als Schule? Hort? Irgendwie sowas genutzt werden.
Die Minigolfbahn… wie hat die jemals funktioniert? Im Hanggelände?
Kein Nebel - gar kein Nebel mehr. Man sieht richtig schön das Mürztal runter bis zu schneebedeckten Bergen
Unter dem längsten Viadukt auf steirischer Seite durch
und durch Steinhaus. Dann geht es dort weiter und zu Retentionsbecken, wo ich kurz Pause mache und zurückschaue zum Semmering
Dann geht es auf ganz netten Wegen weiter bis Spital
und durch dieses durch, am Bahnhof vorbei und darüber auf mir bekannten Wegen an der „Räuberhöhle“ vorbei. Ach ja - es gibt einige Abschnitte bisher, wo die Markierung… mangelhaft ist. Da ahnt man eher den Weg und ist gut beraten, nicht den Wanderschildern zu folgen, die einen Richtung Kampalpe schicken würden, sondern den schlecht erkennbaren Pfad direkt an der Bahn folgen, woanders eben nicht dem Pfad an der Straße folgen, sondern auf einen Feldweg abbiegen (der mich dann zu dem oben genannen Retentionsbecken führte) usw. Hier gibt es aber endlich eine hübsche Markierung
und ein Stück einen schönen Waldweg entlang
geht es jetzt von einem Bauernhof hinunter. Am Bauernhof gibt es die Milchleistung der Kühe auf Schildern. Da ist eine dabei mit über 110.000kg Milch. Heidernei… Nach dem Bauernhof gibt es die letzten schönen Blicke
denn ab jetzt wird es öd. Ich sag das nicht oft, aber jetzt, hinter dem Grautschenhof sind die Wanderwege, so wie sie eingezeichnet sind, allesamt dauerhaft gesperrt/umgelegt und man ist gezwungen, auf bzw. neben der Bundesstraße zu gehen. Zwischen Spar und MacDonalds, an Tankstellen vorbei, Schrottplatz, Asfinag, dann hinter der Lärmschutzwand der Bahn… nur knapp vor Mürzzuschlag biegt man noch einmal hinauf an den Hang. Ich hab noch etwas Zeit, also gehe ich zur Bäckerei und stärke mich, bevor ich heimfahre.
Insgesamt war ich natürlich happy, daß es so viel Sonne gab, und ich habe das Wandern genossen. Aber der steirische Teil des Bahnwanderwegs ist nicht zu unrecht der „unbesungene“ Teil. Während auf der niederösterreichischen Seite spektakuläre Bauten, schöne Wanderwege und tolle Blicke den Weg auflockern, ist der steirische Teil aufgrund der Topografie sowieso der uninteressantere. Daß man aber sehr viel auf Asphalt gehen muß und noch mehr als es in den Karten eingezeichnet ist, die Beschilderung oft nachlässig und lieblos, macht den Weg zumindest für mich zu einem „einmaligen“ Erlebnis.


















