am 8.8. und 14.8.2021
Zweimal bin ich mit meinem Papa wandern, zweimal haben wir nicht unbedingt Glück mit dem Wetter, obwohl der entsprechende Bericht noch etwas anderes verhieß. Aber beide Male ist es für's Wandern gar nicht so schlecht.
Heute, am 8.8. will ich etwas gehen, was ich schon länger mit dem Papa gehen wollte - eine Runde ohne Gipfel, aber dafür mit viel Sachen zum Schauen und Gehen: Auf der Gahns Apropos Schauen: Ich habe, wie fast immer fast komplett zu fotografieren vergessen auf dem Weg. Irgendwie wenn ich mit jemanden unterwegs bin, knipse ich viel weniger.
Wir sind früh unterwegs, geplante Ankunft etwa halb 8 in Payerbach. Das Wetter zieht sich zu, aber es ist noch immer „trocken“ angesagt in Payerbach. Doch als wir ankommen, geht so ein richtiger Landregen nieder. Wir warten, aber dann kommt mir eine Idee- in Gloggnitz müßte es 2 Kaffees geben, die auch schon in der Früh aufsperren - als wir schauen, ist aber sowohl das Stadtcafe, als auch das FloriAlba erst ab 8 Uhr offen. So warten wir etwas, genießen dann aber als erste Gäste im Stadtcafe einen guten Kaffee und wecken die Cafe-Katze „Maxi“ auf (natürlich mit Streicheleinheiten, die gerne genommen werden) und warten tatsächlich den Regenguß ab. Dann aber los, wir haben noch ein gutes Stück Weg vor uns. Beim Bahnhof ist dahinter auch der kleine Bahnhof der Schmalspur-Museumsbahn
dann müssen wir zuerst ein Stück auf der Asphaltstraße aufwärts, allerdings sehen wir schon unsere erste Landmarke - den Geyerstein
danach geht es erst sanft, dann immer steiler werdend hinauf. Es beginnt wieder zu regnen, aber dahinter wird es heller - die Hoffnung lebt. Im oberen Bereich wird es richtig steil, zum Teil gibt es sogar eine kleine Kette, die einen helfen soll, die rutschigen Felsen zu überwinden. Papa ist froh, als wir den Geyerstein erreichen und eine kleine Pause machen, die 500 Höhenmeter steil bergan setzen schon ordentlich zu. Aber so schlimm ist es auch nicht, daß man sich die Kappe vorhalten muß
Die Aussicht ist nämlich schon toll
Danach wird das Gelände größtenteils gutmütiger und so ein Waldweg, da blüht der Papa wieder auf, da geht es dahin
Überall riechen schon die Veilchen
und nach einem weiteren kleinen Steilstück erreichen wir die Waldburgangerhütte. Es ist ein bissl seltsam. Diese Hütte hat einen herrlichen Blick, einen wunderschönen „Balkon“ - aber sie ist im gesamten Juli und August geschlossen. Papa hat aber seinen Kaffee mit, so können wir hier trotzdem Pause machen und ein bißchen Luft schnappen bevor es weitergeht
An der größten Alm Niederösterreichs (97 Hektar) geht es jetzt eben dahin. Wenn das Foto unscharf scheint
dann liegt das daran, daß das unscharf ist. Warum? Keine Ahnung. Vielleicht wollten die Kühe aus Datenschutzgründen nicht erkannt werden. Auf Forstraßen dann hinüber. Ich bin komplett weg, daß es die Lackabodenhütte nimmer gibt. Das war ja eine Forsthütte, aber an so einem schönen heimeligen Platzerl. Das Platzerl gibt es noch, aber die Hütte nicht mehr. Wie ich hörte, ist sie auch abgebrannt und wurde dann abgetragen.
„Auch“ deswegen, weil unser Ziel dieses Schicksal geteilt hat. Die Knofelebenhütte (oder Hallerhaus) war nämlich auch so eine kleine Hütte zwischen Bäumen, jetzt ist sie modernisiert wieder aufgebaut. Das mag nicht mehr so idyllisch sein, aber z.B. daß Solar genutzt wird, ist sehr sinnvoll.
Es zieht sich nun ganz schön - umso froher sind wir, endlich die Knofelebenhütte zu erreichen
Dort stärken wir uns mit hervorragenden Kaffee, sowie Heidelbeerstrudel mit Vanillesauce (Papa) und ich einer Haustorte. Beides ausgezeichnet. Mich wundert nicht, daß manchen Leute auf die Hütte essen gehen und das Wandern nur als lästige Notwendigkeit sehen Dazu gibt es heute Live-Musik! Gar nicht schlecht, kein dumpfes Umtata, sondern ganz nett gespielt und gesungen.
Danach geht es an den Abstieg. Der stellt sich nun schwieriger dar als gedacht. Denn durch den Regen ist alles furchtbar rutschig. So müssen wir am Promischkagraben ziemlich aufpassen. An der Verschneidung von Promischkagraben und Eng steht nun die neu aufgebaute Holzriese. Die stand früher ein Stück weiter unten, da hatte ich mich schon gewundert, daß die so zusammenbricht. Da die Gahns keine Bäche hat, wo man Holz zu Tal bringen konnte, hat man diese Holzriesen aufsgestellt, im Winter, bei Schnee, war das eine Bobbahn, mittels derer das Holz runterrutschen konnte.
Runter geht es auch für uns, durch die „Eng“ - wirklich beeindruckende Felswände steigen links und rechts auf, am Talgrund gibt es kleinere Höhlen, die wohl durch ehemalige Kehrwasser eines lange trockengefallenen Baches entstanden sind
Beim kleinen Mariensteig, wo man noch einmal aufpassen muß, weil es daneben runtergeht (der wurden um 1880 in den Fels geschlagen) hinunter. Noch ein kleines Päuschen, dann geht es weiter
und dann noch ein Stück durch den Ort
zurück zum Ausgangspunkt. Ich habe es doch ein bissl unterschätzt, weil es war ein ziemlich gewaltiger Marsch - über 18km…
Am 14.8.
packen wir den Hochwechsel. Startpunkt ist das Biotop in Mariensee.
und dann flach nach hinten - sanfter Anstieg
und über die netten Brückerln hinüber
Heute merkt man stark, daß es direkt am Bach kühl und angenehm ist - kaum wechselt man auf das Straßerl daneben ist es schon heiß und dunstig. Aber dann geht es gleich in den steileren Bereich, am Wasserfall vorbei
und durch den wilderen oberen Bereich des Wechselgrabens
bis wir wieder den Forstraßen folgen, schon fast auf Höhe der „Schweigen“ wie hier die Almen heißen. Drüben ist die Feistritzer Schweig zu sehen
und wir erreichen die Marienseer Schweig, wo wir nachher einkehren werden
Nur mehr freie Almen vor uns läßt den Weg hinauf zum Gipfen trügerisch kurz erscheinen
aber es ist noch ein ordentliches Stückerl. 2 Pferde stehen quer über den Weg und betätigen sich als „Wegelagerer“ - vielleicht machen sie das absichtlich. Durchaus möglich, daß der eine oder andere Wanderer ein Stück Brot oder ein Zuckerstück abgibt. Wir streben dem Gipfel zu, aber es wird über dem Schneeberg und auch Richtung Mürztal immer finsterer. Geschafft haben wir den Gipfel
aber leider ist die Aussicht nicht gut. Zeit für eine kurze Pause und einen Blick in den sonnigeren Süden haben wir aber
Danach geht es nach obligater väterlicher Inspektion des Bergkircherls wieder auf dem gleichen Weg hinunter, wo auf der Marienseer Schweig schon Kaffee und Zwetschgen -bzw. Marillenkuchen auf uns warten. Sehr zufriedenstellener, hausgemachter Bisquitkuchen. So machen wir uns nach dieser Verschnaufpause weiter auf den Weg hinunter. Glücklicherweise scheint die Schlechtwetterfront nicht zu uns zu kommen
Im Wald bewundern wir das feine, fast seidig wirkende Gras im Wald, das an dem schönen Weg bergab entlang wächst
Ich werde wieder gefragt, wo es hinuntergeht. Ich kann beruhigen, beide Wege,der Almweg und der Schnindelsteig, führen beide zum Parkplatz. Der Almweg ist der gemütlichere und war wohl einmal der Weg, der bei Almauftrieb benutzt wurde. Wir genießen im unteren Bereich in einem freien Schlag das geradezu unendliche Angebot an vollreifen Himbeeren, dann geht es weiter eher gemütlich bergab
und zurück. Beides sehr schöne Wanderungen, für die ich mir besseres Wetter erwartet (und auch angesagt bekommen) habe.